Testbericht: HTC Desire S

Seit einigen Wochen bin ich nun Besitzer eines HTC Desire S Mobiltelefons und möchte hier einen kleinen Erfahrungbericht geben.

Technische Daten

Die lassen sich zwar schnell unter obigem Link finden, seien hier aber nochmal zusammengefasst:

Maße: 6 cm x 11,6 cm x 1,2 cm
Gewicht: 130 g
Betriebssystem: AndroidTM 2.3.3 mit HTC Sense 2.1
Display: 3,7″ mit 480×800 Pixeln, kapazitiv
Kamera: Hauptkamera 5MP, Frontkamera VGA
Schnittstellen: Micro-USB, Wlan 802.11b/g/n, Bluetooth 2.1
Prozessor: 1 GHz
RAM: 768 MB
Speicher: 1,1 GB intern, mittels microSDHC erweiterbar
Sonstiges: GPS, Fotoleuchte, 3,5-mm-Klinkenbuchse, 720p-HD-Video, Radio
Preis: ca. 380 €

Allgemein

Mit seinen 130 g liegt das Desire S für meine Begriffe angenehm schwer in der Hand. Das aus einem Aluminium-Stück gefertigte, mattschwarze Gehäuse und die fast nur aus Bedienfläche bestehende Vorderseite verleihen dem Handy ein edles aussehen. Für ein konsequentes Bedienfeeling sorgt das Fehlen mechanischer Tasten auf der Vorderseite, diese sind durch Sensortasten ersetzt.

Vorne befinden sich oberhalb des Displays ein Lautsprecher und die Frontkamera. Auf der Rückseite findet man die Hauptkamera, die Fotoleuchte und einen weiteren Lautsprecher. Oben am Gerät liegen die Headsetbuchse und der Ein-Aus-Display(ent-)sperrknopf. Links sind Lautstärketaste und USB-Buchse.
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Display

Die Auflösung von 480×800 Pixeln auf dem in der Diagonalen 3,7″ messenden Bildschirm sorgen für angenehme 252 dpi bei einer Farbtiefe von 24 Bit. Farben werden klar und kräftig dargestellt. Durch die hohe dpi-Zahl sind einzelne Pixel mit bloßem Auge nur schwer auszumachen. Das Bild wirkt dadurch gestochen scharf. Man kann das Display daher wirklich gut nennen.

Eine Einschränkung jedoch, im Sonnenlicht wird zu viel Umgebungslicht reflektiert und das Display ist nahezu unleserlich.

Da die meisten Eingaben über das Multitouch-Display gemacht werden und dieses die größte Fläche der Vorderseite einnimmt, halte ich eine Displayschutzfolie zur Kratzervermeidung für empfehlenswert.

Kamera

Zunächst die Frontkamera: Diese hat VGA-Auflösung und einen Fix-Fokus. Videophonie z.B. via Skype ist damit möglich. Um Fotos zu schießen sollte man sie vielleicht nicht gerade nehmen 😉

Die Hauptkamer hat 5 MP Auflösung und Auto-Fokus. In kleinen dunklen Räumen sorgt die Fotoleuchte für genügende Belichtung. Um größere Räume zu beleuchten reicht sie hingegen nicht mehr aus. Das sollte man jedoch auch nicht von einer Handykamera erwarten. Fotos wirken recht farbenfroh, sind jedoch nicht sonderlich scharf und schnell verrauscht. Die Bildqualität ist nur mittelmäßig gut. Positiv sei die Auslösezeit zu erwähnen. Das Handy löst schneller aus, als so manche Kompaktkamera.

Die Bildschärfe bei Videoaufnahmen ist in Ordnung, Farben sind recht kräftig, aber auch hier verrauscht das Bild schnell. Zumindest bei 720p-Aufnahmen liegt die fps-Zahl nur bei 15. Folglich sind schnelle Bewegungen nur stockend. Bewegt man das Handy bei der Aufnahme zu schnell, springt das Bild.

Die Kamera ist nur für Schnappschüsse geeignet, nicht um qualitativ hochwertige Aufnahmen zu erstellen. Selbst für schöne Urlaubsfotos sollte man vielleicht besser auf eine Kompaktkamera zurückgreifen.
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Benutzeroberfläche & Bedienung

HTC-Typisch ist Sense vorinstalliert. Damit stehen sieben Startbildschirme zur Verfügung, auf der sich eine Vielzahl an Apps ablegen lässt. Die Liste aller Apps lässt sich (durchsuchbar) nach Namen, häufig genutzten Apps und Heruntergeladenen sortieren. Eine manuelle Sortierung ist unter Sense nicht möglich.

Meines Wissens nach werden einige umgebungssensitive Funktionen des Handys durch Sense zur Verfügung gestellt. Ist das Umgebungslicht zu schwach, können Displayhelligkeit und die Beleuchtung der Sensortasten automatisch geregelt werden. Befindet sich das Handy in einer Tasche, so klingelt es bei Anruf lauter als normal. Liegt das Gerät bei Anruf auf dem Tisch und man hebt es hoch, um zu sehen, wer anruft, wird das Klingeln leiser, dreht man das Handy dann ganz um, schaltet es auf lautlos. (Das funktioniert jedoch leider nicht, wenn das Handy sich zu Beginn nicht in einer Liegeposition befindet.) Hier werden also einige recht angenehme Zusatzfunktionen geliefert, die sich gerne zu einem Standard entwickeln dürfen.

Wem Sense nicht zusagt, kann natürlich auch auf einen anderen Launcher zurückgreifen. Siehe dazu »Neu gewandet« in c’t 17/2011 S. 134. Dort werden ADW Launcher, Go Launcher EX, Launcher Pro, vLauncher und Zeam Launcher vorgestellt.

Durch den recht schnellen Prozessor und recht großen Arbeitsspeicher wird jede Benutzereingabe zügig entgegengenommen und verarbeitet. Lange Wartezeiten gibt es höchstens, wenn man versucht Firefox zu starten.

Viel mehr lässt sich zur Benutzeroberfläche und der Bedienung kaum sagen. Alles Andere bezieht sich dann auf die Möglichkeiten von Android und nicht mehr speziell auf dieses Gerät. Sense bietet also die wichtigsten Grundfunktionen, doch vermisst man an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Funktionen, z.B. die Möglichkeit Home Screens hinzuzufügen oder zu entfernen.

Akku

Womit ich zu dem ganz großen negativ Aspekt des Desire S komme. Aber nicht nur des Desire S, sondern nahezu eines jeden Smartphones. Heutige Akkus sind einfach zu leistungsschwach, um die rechenstarken Smartphones auch über längere Zeit mit Energie zu versorgen. Wer sich das Desire S zulegt und ggf. dann auch mehr als einmal am Tag auf den Bildschirm schaut und nebenbei vielleicht noch mobiles Internet und WLAN aktiv lässt, muss sich darauf einstellen spätestens an jedem zweiten Tag den Akku laden zu müssen. Menschen, denen das zuwider ist, sollten von der Anschaffung eines Smartphones absehen.

Sonstiges

Welche Medienformate abgespielt werden können, hängt sicher immer vom verwendeten Player ab. Davon unhabhängig ist die Qualität der eingebauten Lautsprecher. Mag man es leise, ist man gut bedient, denn sonderlich laute Musik ist nicht möglich. Auch eine große Klangfülle wird nicht erreicht. Das von HTC mitgelieferte Headset taugt vielleicht zum Telefonieren, oder um es sich als Deko aufzuhängen. Hört man Musik damit, bekommt man eher schlechte Laune. Zum Glück aber lässt sich über die Klinkenbuchse ein Kopfhörer nach eigenen Wünschen anschließen und damit steht dann dem Musikgenuss nichts mehr im Wege.android-robot

Zum GPS kann ich nur sagen, dass es im Freien problemlos funktioniert.

NFC und ein Gyroskop sind nicht vorhanden, aber das können bisher wohl auch nur die „echten“ Google-Androiden.

Fazit

HTC hat hier offenbar versucht, einen Allrounder zu bauen, was ihnen durchaus auch gelungen ist. Das Desire S kann eigentlich von allem etwas und einiges dafür leider nur mittelmäßig. Was wirklich besser sein dürfte, ist die Kamera. Akkus gibt es leider kaum bessere auf dem Markt, man kann HTC da nicht den Vorwurf machen, sie hätten daran gespart. In allen anderen Punkten überzeugt mich die Hardware.

Es sei nochmal hervorgehoben, dass ich mich hier bewusst fast ausschließlich auf die Hardwarespezifikationen des Desire S beziehe und nicht einen Testbericht über die Fähigkeiten von Android schreiben möchte.

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